Meine Geschichte und warum ich heute diesen Raum halte
Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der äußerlich alles „richtig“ war. Ich hatte Verantwortung, einen Mann, eine Familie, einen Beruf im sozialen Bereich.
Ich funktionierte. Ich trug. Ich hielt zusammen.
Und innerlich fühlte es sich an, als würde ich mich selbst immer weiter verlieren.
Aufgewachsen im Anpassen
Mein Nervensystem befand sich seit meiner Kindheit im Überlebensmodus. Mein Körper war dauerhaft im Alarmmodus, auch wenn objektiv keine Gefahr mehr da war. Dieser Überlebensmodus begann nicht durch einzelne Erergnisse, sondern durch viele viele kleine Momente. Als stilles Kind, lernte ich mich schnell anzupassen um bloß nicht negativ oder eben überhaupt aufzufallen. Nicht viel Raum einzunehmen, leise zu sein. Gesehen zu werden war unberechenbar - also wurde Beobachten sicherer als Ausdrücken.
Später kamen Erfahrungen hinzu, in denen meine Grenzen nicht geschützt wurden. Mein Nervensystem lernte: Anpassen ist sicherer als fühlen, funktionieren sicherer als sprechen. So entwickelte sich Überleben nicht als bewusste Entscheidung, sondern als Strategie und begleitete mich bis in das Erwachsnenalter. Mein Nervensystem suchte deshalb lange das Vertraute - nicht das Gute, sondern das Gewohnte. Alles, was sich ähnlich anfühlte wie früher, wirkte sicher, selsbst wenn es ir nicht guttat. Sobald sich im Außen etwas veränderte, worauf ich innerlich nicht "programmiert" war, reagierte mein System sofort - mit Anspannung, Rückzug oder Überanpassung. Nicht, weil ich wach war, sondern weil mein Körper gelernt hatte, Sicherheit über Kontrolle und Anpassung herzustellen.
Ich bin auf dem Dorf aufgewachsen – war also still, beobachtend, sensibel. Früh habe ich gelernt, mich zurückzunehmen, Erwartungen zu erfüllen und nicht zu viel zu sein, mich anzupassen. Diese Fähigkeit hat mich weit gebracht. Aber sie hatte einen Preis.
Und so nahm ich meine Erfahrungen und Strategien mit in Freundschaften, in Beziehungen, in meinen Beruf.
Und vor allem: in mich selbst.
Über 15 Jahre im sozialen System – und was ich dort gelernt habe
Seit über 15 Jahren arbeite ich im sozialen und pädagogischen Bereich.
Als Erzieherin, Leitung, Fachberatung, Führungskraft für mehrere Einrichtungen.
Ich kenne Systeme von innen.
Ich weiß, wie viel Idealismus, Verantwortung und emotionale Arbeit dort geleistet wird.
Und ich weiß auch, wie schnell Menschen in diesen Systemen beginnen, sich selbst zu übergehen.
Ich habe gesehen, wie Funktionieren belohnt wird und wie wenig Raum für echte Menschlichkeit bleibt, wenn Prozesse wichtiger werden als Menschen.
Lange dachte ich, ich müsse einfach noch mehr geben.
Bis mein Körper mir gezeigt hat, dass genau das der falsche Weg war.
Der Wendepunkt
Eine lange unentdeckte Borreliose hat mich körperlich und emotional an meine Grenze gebracht. Ich verlor Kraft, Gewicht, Halt und schließlich auch meinen beruflichen Boden. In dieser Phase wurde mir gekündigt.
Nicht, weil ich unfähig war. Sondern weil Systeme selten wissen, wie sie mit Schwäche, Krankheit und Wahrheit umgehen sollen. Dieser Moment war schmerzhaft.
Aber er war auch ehrlich.
Die Kündigung meines Arbeitgebers war damals auf den ersten Blick mein K.O. Heute würde ich sagen, sie war mein größter Hebel meines Heilungsprozesses.
Zum ersten Mal stellte ich mir nicht mehr die Frage:
„Wie halte ich das alles aus?“
sondern:
„Wie möchte ich eigentlich leben?“
Mutter sein – und die radikalste Form von Bewusstsein
Mutter zu werden hat meine innere Arbeit vertieft wie nichts zuvor. Plötzlich war da ein Mensch, der mich nicht nach Leistung, sondern nach Präsenz brauchte. Ich begann zu verstehen: Ich kann meinem Kind kein echtes Leben vorleben, wenn ich selbst nur funktioniere.
Ich wollte keine perfekte Mutter sein.
Ich wollte eine ehrliche sein.
Eine, die fühlt. Grenzen setzt. Verantwortung übernimmt – für ihr eigenes Innenleben.
Diese Entscheidung hat alles verändert.
Trennung, Klarheit und Selbstverantwortung
Ich trennte mich von meinem Mann, mit welchem ich 14 Jahre zusammen war. Nicht aus Drama. Nicht aus Schuldzuweisung. Sondern aus einer tiefen Erkenntnis:
Ich hatte nie gelernt, meine eigenen Bedürfnisse wirklich wahrzunehmen – geschweige denn, sie zu leben.
Diese Einsicht war unbequem, schmerzhaft.
Aber sie war der Anfang von Selbstverantwortung.
Meine Haltung heute
Ich glaube nicht mehr an schnelle Lösungen.
Und auch nicht daran, dass Systeme Menschen „reparieren“.
Ich glaube Nervensysteme.
An Verbindung.
An Räume.
An Beziehung.
An Ehrlichkeit.
Heute begleite ich Menschen, die spüren, dass ihr Leben äußerlich funktioniert – aber innerlich nicht mehr stimmig ist. Ich begleite Menschen, nicht weil ich besser bin, sondern weil ich damals auch jemaden an meiner Seite gebraucht hätte.
Ich arbeite:
ohne Heilsversprechen
ohne spirituelle Überhöhung
ohne Coaching-Floskeln
Dafür mit:
Klarheit
Tiefe
Präsenz
Verantwortung
Warum SEELEN.WERK & Hygge
SEELEN.WERK ist aus meiner eigenen Geschichte entstanden. Nicht als Konzept – sondern als Antwort.
Hygge ist kein Eventformat. Es ist ein bewusster Raum,
in dem Menschen sich wieder spüren dürfen.
Hier geht es nicht um Optimierung.
Sondern um Erinnerung. An das, was da war,
bevor wir gelernt haben, uns selbst zu verlassen.
Wenn du hier gelandet bist
Dann vielleicht, weil du merkst, dass dein Leben im Außen funktioniert – aber im Inneren etwas nach dir ruft.
Du musst nichts reparieren.
Du bist nicht falsch.
Vielleicht bist du jetzt einfach bereit, dir selbst wieder zuzuhören.
Ich begleite dich gern dabei.